Chicago – the windy city

Chicago wird nicht umsonst „the windy city“ genannt. Die direkte Lage am Lake Michigan macht das Wetter in Chicago wechselhaft und geradezu unberechenbar. An unserem Wochenende haben wir Chicago von allen Seiten kennen gelernt. Wir haben gefroren bei Regen und dichtem Nebel und nur einen Tag später hatten wir traumhaften Sonnenschein ohne ein einzige Wolke am Himmel. Wie uns eine Einheimische sagte, ist es nicht das Wetter, was man an Chicago liebt aber „the windy city“ bietet seinen Einwohnern und Besuchern tausend andere Gründe…


Das Stadtzentrum Chicagos hat ähnlich wie New York sehr viele Hochhäuser, aber diese konzentrieren sich nur auf den innersten Kern und wirken durch das weitläufige Ufer am Lake Michigan ein bisschen aufgelockerter. Was das Stadtzentrum „the Loop“ zudem entscheidend prägt, sind die überirdischen U-Bahnen, die man so nur selten in amerikanischen Großstädten sieht. In der chicen Einkaufsstraße „Magnificent Mile“ hingegen verläuft sie unterirdisch und bietet den Shopping-Begeisterten freie Sicht auf die Vielzahl an Geschäften.
Nicht weit von der „prachtvollen Meile“ entfernt, haben wir DAS Chicagoer Gericht gegessen, das uns von allen Seiten empfohlen wurde: Deep Dish Pizza bei DER Chicagoer Institution „Giordano´s“. Wie der Name „deep dish“ schon vermuten lässt, war die „Pizza“ eher eine Pizzateig-Schale gefüllt mit Käse und Tomaten. Und obwohl ich eher ein Fan der klassisch italienischen Pizza bin, war ich begeistert von dieser ziemlich gehaltvollen Variante.

Eine andere tolle Institution Chicagos ist die „Chicago Architecture Foundation“. Diese bietet verschiedenste Bootstouren über Fluss und See an und ich kann Euch sagen, es ist beeindruckend! Wir haben so viele Details über die Stadt, seine Geschichte und Architektur erfahren während wir über den Chicago Rivers geschippert sind. Diese Tour würde ich sogar Leuten empfehlen, die sich im Grunde nicht für Architektur interessieren. Mich hat es wirklich begeistert.

Was Chicago neben der tollen Lage an Lake Michigan und Chicago River noch einzigartig macht, ist seine Attraktion, der Millennium Park. Die vier Jahre nach der Jahrtausendwende eröffnete Anlage zieht Millionen Besucher an und das hat einen guten Grund. Auch hier zeigt sich Chicago von seiner modernsten und kreativsten  Seite. Auf dem Weg durch den riesigen Park kann man ein  Kunst- und Bauwerke nach dem anderen bestaunen. Alles ist super gepflegt und wirkt geradezu futuristisch. Die wahrscheinlich berühmteste Konstruk- tion ist „The Bean“, eine verspiegelte, bohnenförmige Skulptur, die am Rande des Parks steht. Dass es zudem ein beliebtes Fotomotiv ist (wie man an meinem eigenen Beispiel sieht),  ist nur zu verständlich. Schließlich spiegelt sich die Skyline direkt in der Bohne, was sowohl bei Tag, als auch bei Nacht ein super cooles Bild ergibt. Ein weiteres Highlight und Wahrzeichen von Chicago war leider schon im Winterpause, die Buckingham Fountain.


Weiter ging es für uns auf Chicago´s höchstes Gebäude, den Willis Tower. Der Ausblick vom Skydeck war super weit, weil im Gegensatz zu New York nur wenig andere Wolkenkratzer den Blick verdecken. Aber der Höhepunkt dort oben waren drei gläserne Balkons. Es hat durchaus Überwindung gekostet, den Schritt auf einen gläsernen Boden im 103. Stockwerk zu wagen, aber umso besser war das Gefühl, fast zu schweben.

 

So wie wir die Skyline und die ganze Stadt erst von oben gesehen hatten, haben wir dann einen Abstecher auf die Museumsinsel unternommen, von der wir einen Blick auf Chicago hatten, den auch keine Postkarte schöner darstellen könnte. Der Weg zum Planetarium an der Spitze der Halbinsel zieht sich zwar etwas, aber kein anderer Ort in Chicago kann wohl so einen tollen Ausblick bieten.
Unser Ziel, das Navy Pier ist eine etwa ein-kilometer-lange Seebrücke im Lake Michigan mit Restaurants, Cafés, Biergarten, Bootsanlegestellen und anderen Touristenattraktionen wie zum Beispiel einem Kino. Auch von dem maritim angelegten Steg hat man einen recht schönen Blick auf Chicago, aber es herrscht mehr Trubel als auf der idyllisch angelegten Museumsinsel.


Zurück sind wir mit einem gemieteten Fahrrad am Lake Michigan entlang geradelt. Das Bike Sharing System Divvy bietet Chicago Besuchern an jeder Ecke die Möglichkeit, ein Fahrrad für nur wenig Geld über einen beliebigen Zeitraum zu „sharen“. Die perfekte Alternative zu Metro und Bus, da die Divvy Stationen in der ganzen Stadt verteilt sind. Unsere kleine Fahrradtour zum Navy Pier jedenfalls gehört ebenfalls zu meinen persönlichen Highlights dieses Wochenendes, weil wir in nur kurzer Zeit eine nicht unbeträchtliche aber wunderschöne Strecke bei strahlendem Sonnenschein und mit viel Spaß zurück gelegt haben.
Und so war ein wunderschönes Wochenende schon wieder vorbei. Von allen Städten, die ich bis jetzt in den USA gesehen habe, hat mir Chicago am besten gefallen. Die zwei Tage waren einfach toll, aber das nächste mal bleibe ich länger in dieser besonderen Stadt. Unseren Rückweg zurück zum Hotel, das gegenüber vom Trump Tower nicht besser hätte liegen können, sind wir wieder zu Fuß angetreten; auf dem ebenfalls hübsch angelegten River Walk, der wie der Name schon sagt, direkt neben dem Chicago River entlang, aber unterhalb der Straßen verläuft. Hier kann man dem Verkehr auf wunderbare Weise entweichen, obwohl man sich mitten in der Großstadt bewegt. Zwischendurch kann man in Cafés oder anderen Sitzgelegenheiten verweilen, den Blick auf´s Wasser und die Ruhe genießen.

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